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Begriff 'Cunnilingus'

Quelle : https://de.wikipedia.org/wiki/Cunnilingus

Cunnilingus

Als Cunnilingus (lateinisch cunnus „weibliche Scham“ und lingua „Zunge“) bezeichnet man eine Form des Oralverkehrs in der Sexualität, bei dem der Sexualpartner (gleich welchen Geschlechts) die äußeren weiblichen Geschlechtsorgane – die Klitoris, die Schamlippen oder den Scheideneingang – mit der Zunge und den Lippen ausgiebig liebkost.

Varianten

Die Empfängerin kann während dieses Intimkusses verschiedene Körperpositionen einnehmen, zum Beispiel liegen, mit leicht geöffneten Beinen sitzen oder stehen oder mit aufgestützten Armen knien (Vierfüßlerstand). Der oder die Gebende kann während des Cunnilingus einen Finger in die Vagina einführen, um mehrere erogene Bereiche gleichzeitig zu stimulieren (vgl. auch Gräfenberg-Zone), wodurch die Frau auf eine noch höhere Erregungsstufe gelangt, und was die Wahrscheinlichkeit eines Orgasmus zusätzlich erhöht. Der Cunnilingus kann auch als intensives Vorspiel dienen, das für die Frau die Chance erhöht, anschließend während des Geschlechtsverkehrs zum Orgasmus zu kommen.

Wahrnehmung weiblicher Sexuallockstoffe

Frauen produzieren Kopuline, ein möglicher Kandidat für ein menschliches Pheromon. Kopuline sind Gemische flüchtiger, kurzkettiger Fettsäuren (aliphatische Monocarbonsäuren), die im weiblichen Vaginalsekret zyklusabhängig auftreten. Kopuline wurden zuerst von Richard Michael und Kollegen Ende der 1960er beziehungsweise Anfang der 1970er Jahre bei Rhesusaffen beschrieben. Menschliche Vaginalsekrete sind denen von anderen Primaten sehr ähnlich und enthalten die gleichen flüchtigen Fettsäuren, aber in abweichenden Zusammensetzungen. Der Anteil der einzelnen Fettsäuren im Vaginalsekret variiert im Laufe eines Sexualzyklus bzw. Menstruationszyklus. Stoffe wie Kopuline könnten beim Cunnilingus wahrgenommen werden und informativ für die Empfängnisbereitschaft der Frau sein.

Es existieren außerdem Studien, die einen Einfluss der Dauer des Cunnilingus auf die Menge des vom Mann produzierten Ejakulats zeigen.

Risiken

Falls ein Partner mit einem Krankheitserreger infiziert ist (z. B. Chlamydien, Humane Papillomviren (HPV) oder Trichomonaden), bzw. bereits eine sexuell übertragbare Erkrankung hat, (z. B. Gonorrhoe, Herpes oder Hepatitis) besteht grundsätzlich beim direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten für den anderen Partner das Risiko sich anzustecken. Neuere Untersuchungen legen einen Zusammenhang zwischen Humanen Papillomviren (HPV), oralem Sex und Mundhöhlenkarzinom nahe.

Zum beiderseitigen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten beim Cunnilingus sind Lecktücher im Handel erhältlich oder durch das Aufschneiden eines Kondoms selbst einfach herzustellen.

Siehe auch

  • Anilingus
  • Facesitting
  • Fellatio
  • Flehmen
  • Neunundsechzig

Literatur

  • Jean Clam: Propriété, possession, jouissance, consommation. Lectures juridiques et psychanalytiques du Féminin. In: Le Détour (ex- Histoire et Anthropologie). Nr. 3. Strasbourg 2004, S. 139–168. 
  • Jean Clam: L’intimité sans référent. In: Apertura Recherche Psychanalytique. Band 18, 2004, S. 113–122. 
  • Julius Rosenbaum: Geschichte der Lustseuche im Altertume nebst ausführlichen Untersuchungen über den Venus- und Phalluskultus, Bordelle, Νοῦσος ϑήλεια der Skythen, Paederastie und andere geschlechtliche Ausschweifungen der Alten als „Beiträge zur richtigen Erklärung ihrer Schriften“ dargestellt. [1839]. 7., revidierte und mit einem Anhange vermehrte Auflage. H. Barsdorf, Berlin 1904, S. 233–249 (Der Cunnilingus und Krankheiten des Cunnilingus).
  • Michael N. Pham, Austin John Jeffery, Yael Sela, Justin T. Lynn, Sra Trevino, Zachary Willockx, Adam Tratner, Paul Itchue, Todd K. Shackelford, Bernhard Fink, Melissa M. McDonald: Duration of Cunnilingus Predicts Estimated Ejaculate Volume in Humans: a Content Analysis of Pornography. In: Evolutionary Psychological Science. doi:10.1007/s40806-016-0057-5.
  • Taymour Mostafa, Ghada El Khouly, Ashraf Hassan: Pheromones in sex and reproduction: Do they have a role in humans? In: Journal of Advanced Research. Band 3/2012, 1–9 doi:10.1016/j.jare.2011.03.003, S. 3.

Weblinks

  • Pheromone. Neues vom „sexten“ Sinn. andrologen.info April, 2005, S. 36–38 online
  • M. Atzmüller; K. Grammer: Biologie des Geruchs: Die Bedeutung von Pheromonen für Verhalten und Reproduktion. Speculum, Zeitschrift für Gynäkologie und Geburtshilfe 2000; 18 (1) (Ausgabe für Schweiz), S. 12–18 online

Einzelnachweise