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Begriff 'Garten'

Quelle : https://de.wikipedia.org/wiki/Garten

Garten

Ein Garten ist ein abgegrenztes Stück Land, in dem Pflanzen oder Tiere vom Menschen in Kultur genommen und somit gepflegt (kultiviert) werden. Im Gegensatz zu Parks werden Gärten meist privat genutzt.

Gärten werden nicht nur angelegt, um einen direkten Ertrag zu ernten (Nutzgarten), sondern auch um einem künstlerischen, spirituellen oder therapeutischen Zweck zu dienen, oder auch der Freizeitgestaltung und Erholung, wie Zier- und Kleingärten.

Etymologie des Wortes Garten

Der deutsche Begriff Garten leitet sich etymologisch von Gerte (indogermanisch gher und später ghortos, womit lateinisch hortus verwandt ist) ab. Gemeint sind Weiden-, Haselnussruten oder andere Gerten, die früher – ineinander verflochten – den ursprünglich in der Nähe des Hauses gelegenen Garten umfriedeten. Das Wort gerd, gard bezeichnet über gotisch garde „Gehege“, garda "Pferch" ursprünglich „das (mit Gerten) umzäunte Gelände“, während die von einem lebenden Zaun umstandenen Fläche im Wortfeld Hag, Hecke zu finden ist. Das niederländische Wort tuin für Garten (vgl. Deutsch Zaun, Altnordisch tún) geht auf eine ähnliche Entwicklung zurück.

Mittelalterliche Darstellungen zeigen auch ummauerte Gärten. In diesem Begriffsfeld steckt eine indogermanische Wurzel cart(o) „Schutz“, das in lat. hortus „Nutzgarten“, franz. jardin „Garten“ (deutsch aber Hort), ahd. gard, gart, altnordisch garðr („Hof“, „Herrschaftsgebiet“, vergl. Asgard, Midgard) in engl. yard („Hof“), skand. gaard („Hof“, „Gehöft“) und slaw. grad („Burg“, „Befestigung“, „Umfriedung“), indirekt auch der Garde („Wache“, „Schutztruppe“) wie auch in Eigennamen auf -gard/t (Luitgard, Irmgard, Eringard) erhalten ist.

Der dem Wort in der heutigen Form zugrundeliegende Begriff ist „umfriedetes Land zum Zweck des Anbaus von Pflanzen“. Der Garten stand unter besonderem rechtlichem Schutz (Gartenfrieden). Toponyme auf -gard/t(en), -gad(en) leiten sich aus diesem Kontext ab, vermischen sich aber mit dem althochdeutschen Wort gadam „Gadem“, „Raum“, „Gemach“, „Scheune“ (Berchtesgaden).

Die Konzeption eines Gartens ist jedoch in jeder Kultur unterschiedlich, westliche Garten-Definitionen und Konzepte sollten nicht ungeprüft übertragen werden. Siehe auch Garten Eden und Paradies.

Gartentypen

Neben der heute oftmals anzutreffenden Form eines Mischgartens, der viele (also gemischte) Aspekte in sich vereint, unterscheidet man in Europa je nach schwerpunktmäßiger Nutzung

  • den Haus- oder Nutzgarten,
  • den Gemüse-, Obst- (früher auch Baumgarten genannt) und Kräutergarten,
  • den Kleingarten,
  • den Naturgarten,
  • den botanischen Garten,
  • den Versuchsgarten,
  • den Lustgarten.

Ziergärten können öffentlich oder privat sein, eingefriedet oder zugänglich.

Ein großer Garten, der nicht (nur) zu Ertragszwecken, sondern als ästhetisches Objekt angelegt und unterhalten wird, ist ein Park, auch wenn sich im Namen solcher Anlagen das Wort „Garten“ erhalten hat, wie beim Englischen Garten. Ästhetisch gestaltete Gärten und Parks erhalten die Bezeichnung nach

  • Bepflanzung: Rosengarten, Kräutergarten, Staudengarten,
  • Umwelt: Wüstengarten, Kiesgarten, Steingarten, Schattengarten, Wassergarten, Tropischer Garten,
  • Stil: Persischer Garten, Chinesischer Garten, Japanischer Garten, Zengarten, Barockgarten (Französischer Garten), Italienischer Garten, Englischer Landschaftspark, Landschaftsgarten,
  • gestalterischem Thema: Bibelgarten, Künstlergarten,
  • Lage: Klostergarten, Kreuzgarten (Kreuzganggarten), Burggarten,
  • Nutzern: Bauerngarten.

Bepflanzung

In einem Garten verwendet man Nutzpflanzen, insbesondere:

  • Obst,
  • Gemüse,
  • Küchen- und Gewürzkräuter,
  • Heilpflanzen.

Eine weitere Gruppe sind die Zierpflanzen. An Typen lassen sich unterscheiden:

  • Sommerblumen – Einjährige oder Zweijährige – blühen im ersten oder zweiten Jahr nach der Aussaat
  • Stauden – Mehrjährige – ziehen im Winter ein und treiben aus Wurzel, Zwiebel oder Knolle wieder neu aus
  • Gehölze – Halbsträucher, Sträucher, Bäume (Laubgehölze und Koniferen) – sommergrüne, wintergrüne, immergrüne
  • Kübelpflanzen – frostempfindliche Pflanzen, die im Haus oder Wintergarten überwintern müssen
  • Wasserpflanzen – für Teiche

Geschichte

Urgeschichte

Es wird angenommen, dass urgeschichtliche Anbauflächen bis zur Einführung des Pfluges sehr klein waren und intensiv mit Hacken o. ä. bearbeitet wurden. Amy Bogaard bezeichnet diese Anbauform daher als Gartenbau.

Gartenbau im Alten Ägypten

Gartenbau wurde schon in der vorgeschichtlichen Zeit betrieben, das beweisen die Felsengräber von Beni Hassan (Ägypten), in denen Abbildungen von Gärten gefunden wurden.

Anfänge des Gartenbaus im Nahen Osten

Die hängenden Gärten der mythischen Königin Semiramis in Babylon sind nur aus griechischen Beschreibungen bekannt.

Der Garten im frühen Griechenland

Vielleicht existierten Gärten bereits in minoischer Zeit, wie Siegelbilder und Fresken nahelegen. Aus Homers Odyssee ist ein zusammenhängender, regelmäßig eingeteilter Obst- (und wohl auch Gemüse-) Garten bekannt. Homers Odyssee beschreibt nie das Essen von Obst und doch machen für den Dichter Birnen, Granatäpfel, Äpfel, Feigen, Oliven und natürlich Weintrauben einen wohlgeplanten Obstgarten aus, ein Garten, der über lange Zeit im Jahr Früchte hervorbringen würde:

Sappho beschreibt einen bewässerten Baumgarten.

Plutarch gibt an, dass Kimon den Athener Marktplatz mit Bäumen bepflanzen ließ. Am dortigen Hephaistos-Tempel sind Pflanzlöcher für Bäume archäologisch nachgewiesen.

Anfänge des Gartenbaus bei den Römern

Als Quellen zum Gartenbau der Römer stehen Abbildungen (Fresken und Mosaike), Texte und die Ergebnisse archäologischer Ausgrabungen zur Verfügung. In Pompeji wurden 625 Gärten ergraben. Wilhelmina F. Jashemski hat weitere Gärten in Tunesien und Algerien ergraben, zum Beispiel in Thuburbo Maius. Sie grub auch die 13 Gärten der Villa der Poppaea an der Via Sepolcri in Torre Annunziata (Oplontis) aus. An Pflanzen wurden unter anderem Oleander, Lorbeer und ein Zitronenbaum (Citrus limon [L.]) nachgewiesen. Auch römische Blumentöpfe sind archäologisch nachgewiesen.

Zu den wichtigsten Schriftquellen zählt die Naturgeschichte des Plinius. Neben Nahrungsmitteln und Heilpflanzen erwähnt er auch Zierpflanzen. Cicero, Ovid, Martial und Plinius der Jüngere beschreiben Gärten.

In der römischen Literatur trifft man ab dem Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr. auf einen dichteren Gartendiskurs. Der Garten wurde zum Spiegel der geistigen Haltung und damit des sozialen Selbstverständnisses seines Besitzers. Für den Stoiker Seneca sind ausgefeilte Gartenanlagen ein Zeichen zunehmender Dekadenz. Die Römer trennten Nutzgärten (Gemüse- und Obstgärten) vom Lustgarten. Das lateinische Wort hortus bezeichnet jedoch sowohl kleine private Nutzgärten als auch die Umgebung kaiserlicher Villen und öffentlich zugängliche Gelände. Römische Häuser in Italien besaßen meist ein Atrium, in dem Pflanzen wuchsen. Atrien fehlen jedoch in anderen Provinzen, wie Nordafrika.

Lustgärten

Lustgärten wurden möglich, als ausreichende und konstante Wasserzufuhr in größere Zentren gesichert war. Sie wurden unter anderem auch für Gastmähler genutzt. Aus Griechenland kam der Peristylhof nach Rom, die bis dahin üblichen kleinen Hausgärtchen schwanden. Die Reichen legten größere Gartenensembles an, in denen Brunnen, Kanäle, Grotten und Statuen kunstvoll aufeinander abgestimmt waren und mit Villenanlagen ein harmonisches Ganzes bildeten. Räume, die in den Garten schauten, wurden mit großen Fenstern versehen und kleine Gartenanlagen durch illusionistische Gartenmotive auf Mauern optisch erweitert, wie auch umgekehrt Gärten mittels Wandmalerei in die Räume hineinprojiziert.

Im 2. Jahrhundert v. Chr. übernahmen die Römer das Peristyl, einen von Säulenhallen umgebenen Innenhof, aus der griechisch-hellenistischen Baukunst und entwickelten daraus das Gartenperistyl, in dem die Säulenhallen einen Garten umgaben. In Conimbriga in der Baetica wurde der Garten einer römischen Villa, dem Casa das fontes ausgegraben und rekonstruiert. Er illustriert eine solche Anlage: Ein rechteckiger Teich ist von einer Säulenhalle aus Ziegelsteinen umgeben. In dem Teich liegen auf beiden Seiten der Längsachse jeweils drei aus Ziegeln gestaltete Inseln, die mit Iris bepflanzt sind. Ein Mosaik bildet den Fußboden. Elemente dieses Gartens wurden nach Attlee in portugiesischen Villen des 17. und 18. Jahrhunderts wieder aufgegriffen, etwa im Jardim Alagado des Jardim do Paçco in Castelo Branco und vor dem Casa do fresco im Garten des Palácio dos Marqueses de Fronteira in Lissabon, gehen aber wohl eher auf maurischen Einfluss zurück.

Viele Villen besaßen mehrere Peristyle, oft ein gepflastertes im Wohnbereich nach griechischem Vorbild und daran anschließend ein größeres Gartenperistyl. Der Garten der Villa dei Papiri bei Herkulaneum in Italien wurde im Getty Museum rekonstruiert. Diese Villa besaß zwei Peristyle, das größere war etwa 100 m lang und 37 m breit und von 25 × 100 Säulen umgeben. In der Mitte liegt ein 66 m langes Wasserbecken. Der Garten diente der Aufstellung zahlreicher Statuen.

Der Beruf des Gärtners (topiarius, von griech. topos) ist ab der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr. bekannt. Arrangements von Sträuchern und der Zuschnitt von Pflanzen zu Gestalten und Figuren, die sogenannten opera topiaria (Formschnitt) kamen auf.

Städtische Gärten

Gärten aller Art lockerten auch das Stadtbild auf. Zu ihnen zählten Tempelgärten ebenso wie Gärten bei Tavernen. Auch Gräber waren manchmal mit Gärten versehen. In der Stadt waren Gärten notwendig, um ausreichend Licht in die Gebäude zu lassen. Die Bewohner der insulae (mehrstöckige Wohnhäuser) mussten sich oft mit dem Blick auf die Gärten anderer begnügen, mitunter wurden kleinere Grünstreifen vor den Gebäuden angelegt.

Der Garten im europäischen Mittelalter

Nach dem Fall des römischen Reichs wurden in Italien die unverteidigten Besitzungen der Edlen geplündert und verwüstet, das Land wurde nur für den notwendigsten Bedarf, vor allem für die Ernährung bebaut.

Eine Vorstufe des Gartens war in Europa das „Hausland“, ein durch einen Zaun oder ähnliches geschütztes Sondereigentum bei den Germanen. Ein Tiel des der feldmäßigen Bewirtschaftung zur Nahrungsergänzung dienenden Hauslandes entwickelte sich mit wachsender Kenntnis des Obst- und Kräuteranbaus im 8./9. Jahrhundert zum mittelalterlichen Garten.

Während der Herrschaft der Päpste im 8.–12. Jahrhundert waren die Mönche fast die einzigen, die sich (wie etwa in den Benediktinerklöstern) zur Sicherung ihrer wirtschaftlichen Unabhängigkeit mit Ackerbau und (im Klostergarten) mit Gartenbau beschäftigten. Reiche und Mächtige stifteten ihnen große Flächen Landes mit Hörigen und belohnten ihre Tätigkeit als Landwirte und Gärtner. Importiert wurden auch fremden Pflanzen aus dem Orient, namentlich durch reiche Venezianer und Genuesen.

Im Mittelalter existierten folgende Typen des Gartens:

  • Küchengarten (Anbau von Essbarem, Bereitstellung von Pflanzen als Lebensmittel)
  • Arzneigarten (Anbau von Pflanzen zu medizinischen Zwecken, ähnlich einem Kräutergarten)
  • Patriziergarten (Mischform von Küchengarten und Arzneigarten, ergänzt durch Zierpflanzen)
  • Kreuzganggarten (Ziergarten, der der vita contemplativa entspricht und die Kontemplation fördert)
  • Lustgarten (mit einer Mauer umgebener Garten mit Gestaltungselementen zur Erfreuung der Sinne)
  • in der Literatur: Phantasiegarten („literarischer Garten“, „idealer Lustgarten“)

Die Grenzen zwischen den verschiedenen Typen waren jedoch auch fließend. So sind Nahrungspflanzen, denen zugleich eine medizinische Wirkung zugesprochen wurde, auch zur Zubereitung von Arzneimitteln genutzt worden.

Frühe, im deutschsprachigen Raum verfügbare gartenkundliche Fachliteratur lieferten beispielsweise Petrus de Crescentiis (um 1305) sowie der Verfasser von (Tractatus) De plantatione arborum (um 1200) und um 1350 der Würzburger Gottfried von Franken

Frankreich

Frankreichs Gartenbau kannte im Anfang seiner Geschichte nur das rein Nützliche, erhob sich nur langsam zur Beachtung der Blumen und erreichte erst sehr spät das ästhetisch Schöne; jedes angenehme und nützliche Erzeugnis des Land- und Gartenbaues stammte aus der Fremde, von den Griechen, Karthagern, Römern und Sarazenen. Karl der Große förderte Acker-, Obst- und Weinbau auf jede Weise, er liebte die Gärten und erteilte seinen Gärtnern gern Verhaltungsbefehle. Er stand in freundschaftlichem Verhältnis zu dem abbassidischen Kalifen Hārūn ar-Raschīd, durch den er die besten Gemüse und Früchte erhalten haben soll.

Niederlande

Die Niederlande sind bekannt für Blumenzucht (Blumenzwiebeln), Baumschulen sowie der Obst- und Samenzucht für den Handel. Der niederländische Gartenstil war der Vorläufer der barocken Gärten im 17. und 18. Jahrhundert und beeinflusste auch die französische Gartenarchitektur. Herrenhäuser wurden häufig mit Hecken, Blumen, Laubengängen und Kanälen umgeben angelegt. Die flache Landschaft begünstigte die regelmäßige Anlage von Beeten.

Der Viktorianische Garten in England

Im 19. Jahrhundert, in dem die bürgerliche Sphäre die Kunst und Kultur dominierte, liebte man die seltenen Pflanzen. Die Gärtner wurden zu Hobby-Botanikern und legten Themengärten etwa mit australischen, südamerikanischen oder asiatischen Pflanzen an, die Pflanzenjäger in aller Welt sammelten. Das Sammeln von seltenen Spezies wurde wichtiger als die künstlerische Gestaltung der Landschaft. So hielten etwa die Rhododendren, Kamelien und Azaleenarten Einzug in die Gärten. Besonders beliebt waren auch Topiarien, das heißt in Form geschnittene Büsche und Bäume. Im Garten von Levens Hall meint man sich in einem überdimensionalen Spielzeugland zu befinden, so sehr dominieren hier die würfelförmig, kegelig und kugelig zugeschnittenen Hecken. In den Stadtgärten pflegte man besonders die nun wieder beliebten Blumenrabatten, in denen die Blumen bunte Ornamente bildeten.

Einen natürlichen Gegensatz zu diesen sehr gezierten Gärten bilden die Gärten der Women Gardeners wie Gertrude Jekyll oder Elizabeth Sitwell, die sich an der ungezähmten Fülle und Einfachheit von idealisierten Bauerngärten orientieren.

Botanische Gärten

Der botanische Gartenbau in Europa kam erst dauerhaft im 16. Jahrhundert, nach der Entdeckung Mexikos, in Schwung und ging zunächst von Spanien aus. Gaspar de Gabriel, ein reicher toskanischer Edelmann, gründete 1525 den ersten botanischen Garten, dem bald der von Cornaro in Venedig, der von Simonetti in Mailand, von Pinetta in Neapel und andere folgten. 1545 wurde vom Senat in Venedig die Anlage eines öffentlichen botanischen Gartens in Padua bewilligt, Papst Pius V. ließ den in Bologna einrichten, der Großherzog von Toskana den in Florenz, und bald darauf hatte beinahe jede bedeutende Stadt in Italien einen botanischen Garten. Auch in Frankreich wurden 1597 botanische Gärten angelegt.

Der Garten als Ökosystem

Gärten können für die Biodiversität eine wichtige Bedeutung haben. Ihre vielfältigen Strukturen wie Hecken, Büsche, Zäune, Asthaufen oder Einzelbäume bieten Insekten, Vögeln und Amphibien Unterschlupf und Jagdrevier. Dabei spielt jedoch die Art des Gartens eine große Rolle. Herausgeputzte Privatgärten wirken sich nachteilig auf die Artenvielfalt aus. Zu diesem Schluss kam auch die nationale Hummelnest-Zählung 2007 in England, bei der 700 Freiwillige im eigenen Garten sämtliche Nester absuchten. Dabei stellte sich heraus, dass Gärten mit vielen unordentlichen Zonen in der Regel mehr Hummeln aufweisen. Damit hängt es direkt vom individuellen ästhetischen Empfinden des Besitzers ab, ob ein Garten als ökologische Nische dienen kann oder nicht.

Zumindest auf dem Papier hat sich das Wissen um den Nutzen von Strukturreichtum niedergeschlagen. Ein Beispiel sind die Richtlinien für die Besitzer von Schrebergärten in Zürich. Dort heißt es explizit:

Eine Studie aus den USA zeigte auf, dass die Bereitschaft zum naturnahen Gartenbau stark vom Aussehen des Gartens des Nachbarn abhänge. Wenn dieser einen sauber geschnittenen Rasen führe, fühle man sich selbst ebenfalls dazu verpflichtet. Einer Studie aus der Schweiz zufolge würden artenarme und langweilige Gärten generell als ästhetisch nicht ansprechend bewertet. Die Zustimmung steige jedoch, je farbenfroher, artenreicher und wilder ihr Erscheinungsbild sei. Irgendwann kippt diese Bewertung wieder; gänzlich chaotische Gärten würden selten als schön empfunden.

Schwerpunktmäßig in Deutschland, Österreich und der Schweiz löste die vermehrte Anlage von Schottergärten, die im wesentlichen nur aus dekorativen Steinflächen bestehen und keine oder nur wenig, naturferne Vegetation beinhalten, vermehrt Kritik aus.

Siehe auch

  • Irrgarten

Literatur

  • Eva Berger: „Die neuzeitliche Gartengestaltung faßt den Garten als erweiterte Wohnung auf“. In: Die Gartenkunst 20 (1/2008), S. 47–82.
  • Maureen Carroll-Spillecke (Hrsg.): Der Garten von der Antike zum Mittelalter (= Kulturgeschichte der antiken Welt. Band 57). 2. Auflage. Von Zabern, Mainz 1995, ISBN 3-8053-1355-1.
  • Friedrich Jakob Dochnahl: Bibliotheca Hortensis. Nürnberg 1861 (Digitalisat) – Bibliographie der 1750–1860 erschienenen deutschen Gartenliteratur
  • John Harvey: Early gardening catalogues with complete reprints of lists and accounts of the 16th–19th centuries. Phillimore/Chichester 1972.
  • John Harvey: Medieval gardens. Timber Press, Oregon 1981.
  • Dieter Hennebo: Gärten des Mittelalters. (Hamburg 1962) München/ Zürich 1987.
  • Walter Janssen, Ulrich Willerding: Gartenbau und Gartenpflanzen. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 10, Walter de Gruyter, Berlin/New York 1998, ISBN 3-11-015102-2, S. 449–462.
  • Walter Jannsen: Mittelalterliche Gartenkultur. Nahrung und Rekreation. In: Bernd Herrmann (Hrsg.): Mensch und Umwelt im Mittelalter. Stuttgart 1986, S. 224–243.
  • Hans Sarkowicz (Hrsg.): Die Geschichte der Gärten und Parks. Insel Verlag, Frankfurt am Main/Leipzig 2001, ISBN 3-458-34423-3.
  • Wolfgang Teichert: Gärten: Paradiesische Kulturen. Stuttgart 1986.
  • Christopher Thacker: Die Geschichte der Gärten. Aus dem Englischen übertragen von Dieter W. Portmann. Orell Füssli, Zürich 1979.

Weblinks

Einzelnachweise